Wilnsdorf-Rudersdorf, 17.März 2012. Am Samstagnachmittag hatte der Kreisfeuerwehrverband Siegen-Wittgenstein zur diesjährigen Mitgliederversammlung ins „Haus Heimat“ nach Rudersdorf eingeladen.

Um 13.30 Uhr versammelten sich zahlreiche Feuerwehrkameradinnen und Kameraden aus dem gesamten Kreisgebiet zum zunächst nicht öffentlichen Teil der Sitzung. Eine Stunde später, gegen 14.30 Uhr folgte dann der öffentliche Teil der Veranstaltung, zu dem auch Wilnsdorfs Bürgermeisterin Christa Schuppler, Landrat Paul Breuer sowie zahlreiche Bürgermeister der Städte und Gemeinden des Kreises sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung und der Geschäftsführer des Verbandes der Feuerwehren aus NRW, Christoph Schoeneborn anwesend waren. Nach der Eröffnung durch Kreisbrandmeister Bernd Schneider folgte die Totenehrung sowie die Grußworte einiger Gäste. Anschließend trug der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Ralf Schneider den Jahresbericht vor. Hier wurden neben Berichten des Vorsitzenden über die durchweg positive Entwicklung des neu gegründeten „Verband der Feuerwehr“ in NRW folgende Punkte im Schwerpunkt behandelt: Neue Satzung, Neues Logo, Meldeportal auf der neuen Homepage, Haushalt, Ausschuss Schulung und Leistungsnachweis, Jugendfeuerwehr, Brandschutzerziehung und Öffentlichkeitsarbeit und die Musik. In Sachen „Neues Logo“, wurde das Erscheinungsbild nach außen aktualisiert. Das Ergebnis wurde inzwischen auf Fahnen, Briefbögen und ähnlichem veröffentlicht. Weiterhin wurden Fahnen, Werbebanner und Namensschilder mit dem neuen Logo angeschafft. Angeschafft wurde auch ein neuer Anhänger für die Brandschutzerziehung und/oder die Jugendfeuerwehr. Auf diesem Anhänger sind Rollcontainer verlastet, die als Ersatz für das alte und viel zu schwere Info-Mobil dienen. Mit dem neuen Anhänger können unter anderem Ausrüstung und Material für die Brandschutzerziehung transportiert werden. Im Anschluss an den Jahresbericht, folgte der Jahresbericht des Kreisbrandmeisters Bernd Schneider. Er sprach zunächst allgemeine, größere Einsätze aus dem vergangenen Jahr an. Hieraus ging hervor, dass durch die gute Leistung und Arbeit der Feuerwehrleute 195 Menschenleben gerettet werden konnten. Dies ist eine Leistung, die Lob, Anerkennung und vor allem dank verdient hat. Sorgen bereitet dem Kreisbrandmeister im Zusammenhang mit dem Einsatzgeschehen das Verhalten einiger neuer Pressevertreter. Es scheint so, dass nach Jahren des gegenseitigen Verständnisses und vor allem auch der Achtung gegenüber den Geschädigten durch die Mitarbeiter der Medien nunmehr eine neue Qualität eintritt. Denn das „buhlen“ um die schlimmsten Aufnahmen und das beste Foto lassen bei dem ein, oder anderen Vertreter der neuen Medien jedes Taktgefühl vermissen. Kreisbrandmeister Bernd Schneider ist nun seit 41 Jahren in der Feuerwehr tätig. Hier gab es nie ein Problem mit den Medienvertretern. Im vergangenen Jahr, musste jedoch erstmalig einem Pressevertreter durch die Polizei ein Platzverweis ausgesprochen werden. Bernd Schneider erklärte, „Wir müssen und als Feuerwehren diesen Problemen stellen. Es wird nicht mehr ohne Ansprechpartner für Medienvertreter an den Einsatzstellen gehen. Der Presse bieten wir eine Vertrauensvolle Zusammenarbeit an, im Gegenzug erwarten wir Verständnis für unsere Anweisungen und Rücksichtnahme gegenüber den Opfern.“ Ebenso neu ist das Thema „Leserreporter“. Hier werden Einsatzkräfte gezielt aufgefordert Fotos von Einsatzstellen zu machen oder Medienvertreter anzurufen. Eine Sache die die Feuerwehren im Kreis nicht für gut heißen können und wollen. Ein weiteres Thema im Jahresbericht war auch der kommende Digitalfunk. Dieser soll Anfang 2013 in einen erweiterten Probebetrieb gehen und ab Mitte des kommenden Jahres in den Echtbetrieb wechseln. Selbstverständlich durfte ein Blick auf das Nachwuchsproblem auch nicht fehlen, denn dies beschäftig die Freiwilligen Feuerwehren in der letzten Zeit enorm. Der in den letzten Jahren noch nicht spürbare Demographische Wandel scheint nun auch im Kreis Siegen-Wittgenstein immer mehr anzukommen. Nach Jahren der Zunahme von Einsatzkräften in den Einsatzabteilungen ist nunmehr ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Da auch in der Jugendfeuerwehr die Mitgliederzahlen wie zu erwarten Rückläufig sind, wird die Zeit der Steigerung dem Ende zu gehen. Eine auf der Mitgliederversammlung vorgestellte Tabelle zeigte die Entwicklung der aktiven Mitglieder im Kreisfeuerwehrverband Siegen-Wittgenstein. So waren es im Jahr 1999 noch 3769 aktive Mitglieder. Im vergangenen Jahr, waren es nur noch 3470 Mitglieder. Bei der Entwicklung der Ehrenabteilung hingegen, wuchs von 723 Kameraden in 1999 auf 954 Kameraden in 2011. Im vergangenen Jahr sind 39 Mitglieder in die Ehrenabteilung gewechselt. Auch im Bereich der Jugendfeuerwehr sind Mitgliederrückgänge zu verzeichnen. Fast in allen Feuerwehren macht man sich Gedanken zur weiteren Entwicklung. So waren in der Jugendfeuerwehr, im Jahr 1999, 1198 Mitglieder. Im Jahr 2003 gab es einen Anstieg auf 1257 Mitglieder, 2006 waren es nur noch 1114 Mitglieder und Aktuell sind es nach Stand 2011, 1195 Mitglieder. Auch gab es im vergangenen Jahr Veränderungen in den Wehrführungen des Kreises. So war die Amtszeit für den Wehrführer der Gemeinde Burbach, Rolf Lengenberg abgelaufen. Seine Nachfolge hat jetzt Stadtbrandinspektor Tobias Klein angetreten. Neben dem bisherigen stellvertretenden Leiter der Feuerwehr Horst Petri wurde Markus Schwarze als weiterer Stellvertreter ernannt. Nach dem Übergang des Leiters der Feuerwehr Bad Laasphe Otto Wunderlich in die Ehrenabteilung, trat Stadtbrandinspektor Dirk Höbener an. Im Oktober wurde Rainer Müller als stellvertretender Leiter der Feuerwehr Bad Laasphe ernannt. Im Erndtebrück wurde neben der Wiederbesetzung der bisherigen Funktionsinhaber Karl Friedrich Müller und Horst Schneider, Heinrich Hoffmann als weiterer Stellvertreter gewählt. In Kreuztal hat Hans-Georg Lütticke nochmals das Vertrauen des Rates ausgesprochen bekommen. Ebenso Matthias Ebertz in Siegen und Rüdiger Schneider in Wilnsdorf. Alle drei wurden für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt. In seiner weiteren Ausführung berichte Bernd Schneider auch über die Ausbildung in den Feuerwehren und die momentan zur Verfügung stehenden Einsatzfahrzeuge und der Ausrüstung. Ein Blick auf die Einsatzzahlen im vergangenen Jahr ergab, dass die Feuerwehren im Kreis zu insgesamt 12.995 Einsätzen ausgerückt sind. Hierbei wurden 50 Unfälle im aktiven Feuerwehrdienst gemeldet. Leider gab es auch einen tödlichen Unfall bei einer Wettkampfveranstaltung zu beklagen. Im Bereich der Jugendfeuerwehr wurden 15 Unfälle gemeldet. Ein weiter Tagesordnungspunkt war eine Spendenübergabe. Hier wurde dem Kreisfeuerwehrverband sowie dem PSU-Team je eine Spende über 700 Euro sowie 70 Teddybären überreicht. Diese Spende stammt aus dem Erlös von einem Kalenderverkauf. PSU steht für Psychosoziale Unterstützung für Einsatzkräfte. An die Spendenübergabe angeschlossen verlas Christoph Schoeneborn vom Verband der Feuerwehren NRW den Bericht aus dem Verband der Feuerwehren. Bevor Bernd Schneider das Schlusswort geben konnte, standen natürlich noch ein paar Ehrungen auf dem Programm.![]()
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