Netphen / Weidenau. Kürzlich fand bei der Freiwilligen Feuerwehr Netphen ein Kreisatemschutzgeräteträgerlehrgang statt. Es war Kreisweit der erste Lehrgang, der seinen Abschluss in der neuen Brandsimulationsanlage des Kreises Siegen-Wittgenstein auf der Feuer- und Rettungswache in Weidenau durchführte.

Wie Lehrgangsleiter Mark Liska berichtete, hätte der Lehrgang 28 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis umfasst. Tatsächlich jedoch 36 Stunden umfangreicher Ausbildung geleistet. Diese zusätzlichen acht Stunden wurden von den Teilnehmern und den Ausbildern zusätzlich absolviert um wichtige Themen wie Notfalltraining, sowie die taktische Vorgehensweise im Innenangriff intensiver trainieren zu können. Teil genommen haben an dem Lehrgang insgesamt 17 Feuerwehrfrauen und –Männer. 16 davon stammen aus dem Stadtgebiet Netphen, ein weiterer Kamerad aus dem Stadtgebiet Siegen. Nach ihrer harten theoretischen und praktischen Ausbildung mussten sich die Lehrgangsteilnehmer einer Abschlussprüfung unter den wachsamen Augen von dem stellvertretenden Kreisbrandmeister des Kreises Siegen-Wittgenstein Uwe Saßmannshausen unterziehen. Nach einer schriftlichen Prüfung folgte fand eine Übung in der Atemschutzübungsstrecke statt. Als krönender Abschluss folgte dann für alle Teilnehmer ein Durchgang durch die Brandsimulationsanlage des Kreises. Hier konnte die taktisch richtige Vorgehensweise im Innenangriff unter realitätsnahen Bedingungen trainiert werden. Bei Raumtemperaturen um etwa 250 Grad Celsius konnten die Teilnehmer zudem die Grenzen ihrer Schutzkleidung, sowie das Verhalten bei schneller Brandausbreitung, dem sogenannten „Flash Over“ unter Aufsicht von erfahrenen Ausbildern erlernen. Wie die beiden Ausbilder Mark Liska und Lars Zimmermann erklärten, hat die Wichtigkeit dieser Ausbildung in den letzten Jahren zugenommen. Moderne Bauweise wie Niedrigenenergiehäuser, sowie die vermehrte Verwendung von Kunststoffen führen im Brandfalle oft zu schnelleren und unkontrollierbaren Brandausbreitungen. Besondere Brandphänomene wie beispielsweise ein Flash Over oder ein Backdraft gefährden die vorgehenden Einsatzkräfte. Mit einer realitätsnahen Ausbildung und optimaler Schutzkleidung können diese Gefahren zumindest verringert werden. Im Anschluss an ihre „Heißausbildung“ erhielten die Lehrgangsteilnehmer ihre Teilnahmebescheinigungen durch den Leiter der Feuerwehr Netphen Karl-Heinz Born und den Atemschutzbeauftragten der Stadt Netphen Mark Liska ausgehändigt.

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